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18. Januar 2010
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Gelebt
Wer mich kennt, weiss was mir diese «dreei scheenschte Dääg» bedeuten. Gezeugt wurde ich zwar nicht an der Basler Fasnacht, war jedoch bereits ein Jahr später aktiv in einer Mini-Chaise dabei und habe seither wohl keine Fasnacht ausgelassen.
Für mich sind diese drei Tage eine spezielle Art von Ritual. Magisch, berauschend, einzigartig und immer wieder anders. Der Morgenstraich, das Glöckchen um Vier, da geht es los mit der Gänsehaut und den Schmetterlingen im Bauch. Kälte, Regen oder die traditionelle Druggede rücken völlig in den Hintergrund der stockdunklen Altstadt, beleuchtet nur durch hunderte von Kopflaternchen, Stablaternen und den grossen Laternen der Cliquen, welche alle mehr oder weniger unisono den «Morgestraich» ruessen und pfeifen.
Ja, man kann sagen, das Jahr beginnt für mich erst nach der Basler Fasnacht, wenn diese die Wintergeister vertrieben haben.
Doch dieses Jahr werde ich nicht kurz vor Vier mit klopfendem Herzen am unteren Heuberg stehen und auf den vierten Schlag warten. Statt dem Kostüm ein rückenfreies Nachthemd, statt dem herrlichen Geruesse der Tambouren den Tropfenzähler der Infusion im Ohr. Keine wunderbar bemalte Laternen, dafür giftgrüne Notausgang-Schilder und ein beleuchteter Sauerstoffanschluss. Der Tambourmajor nennt sich Oberschwester und das Sujet, das erspar ich Euch.
Kurzum, Herr trami liegt an der Fasnacht im Krankenhaus und erholt sich von einer OP während in der Stadt… aber lassen wir das … .
Wieso nicht den OP-Termin anders gelegt? Ich versuchte den Termin kurz vor die Fasnacht zu legen, so dass ich wenigstens ein klein wenig hätte gehen können, doch das war nicht möglich, später geht wegen diversen Projekten nicht.
Anyway, es ist jetzt nun mal so, und vielleicht kann ich die Krankenschwestern bestechen, so dass ich um vier Uhr wenigstens die Liveübertragung im TV schauen kann. Hart wird es trotzdem. Verdammt hart.
Ystoh! – Moorgestraich - Vorwärts marsch!



